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Türkischer Krieg in Nordsyrien: Bundesregierung hat versagt

Angriff der Türkei auf syrische Kurden: Die Stunde der Zyniker

Die Türkei hat ihren seit Tagen angekündigten Militäreinsatz in Nordsyrien begonnen. Dazu Anita Starosta, Syrien-Referentin der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international:

„Es wäre möglich gewesen, den angekündigten Einmarsch und damit die nächste Eskalation des Syrien-Kriegs zu verhindern. In Deutschland muss jetzt allerdings niemand mit dem Finger auf die USA zeigen: Die Bundesregierung hat versagt und schaut ihrem Verbündeten Erdogan dabei zu, wie er wieder einmal das Völkerrecht bricht. Um Flüchtlinge zu stoppen, fliegt der Innenminister bis nach Ankara – um einen Krieg zu verhindern, hat die Regierung nur ein paar besorgte Worte übrig.

Die Bundesregierung muss jetzt alles tun, um diesen begonnenen Krieg zu stoppen und eine humanitäre Katastrophe zu verhindern. Die kurdischen Gebiete in Syrien sind eine Alternative zur Barbarei des Krieges, viele haben dort einen Zufluchtsort gefunden. Wer es mit Menschenrechten und Demokratie ernst meint, darf diese Menschen nicht dem nächsten Krieg aussetzen.“¹

Recep Tayyip Erdogan hat seinen Ruf als gnadenloser Zyniker wieder einmal bestätigt. Die Rechte und Interessen des syrischen Volkes hätten höchste Priorität für die Türkei, erklärte deren Präsident kurz vor dem Überfall. Er teilte dies nach eigenen Angaben dem russischen Präsidenten mit, wenige Stunden vor Kriegsbeginn. Kommt ganz darauf an, wen er zum syrischen Volk zählt. Offenbar nicht die Kurden Nordsyriens, denn gegen die und ihre YPG-Miliz richtet sich der von Bombardierungen eingeläutete Angriff. Erdogan will die ihm verhassten Kurden verdrängen, sein Einflussgebiet erweitern – auch gegen die syrische Armee – und Flüchtlinge aus Syrien in der besetzten Region ansiedeln.

Offenbar gibt es weltpolitisch niemanden, der ihn aufhält, weil Syrien ohnehin allen nur als Spielball gilt. Donald Trump hat mit dem US-Truppenabzug aus der Region genau die kurdischen Milizen zum Freiwild erklärt, die bisher erfolgreich gegen die islamistischen IS-Terroristen vorgegangen sind. Russland, das einerseits Syriens Präsident Assad unterstützt und andererseits eine Machtachse mit der Türkei bildet, wollte oder konnte Erdogan nicht von dem Waffengang abhalten. Und die EU fordert nun Zurückhaltung, ist aber klammheimlich froh, dass Erdogan seine Flüchtlingsprobleme Richtung Syrien entsorgt und nicht Richtung Europa. Zynismus, wohin man schaut. In diesem neuen Krieg, kaum dass er begann, haben sich die Großmächte schon jetzt die Hände schmutzig gemacht.²

¹medico international ²neues deutschland

3 Kommentare

  1. Anonymous

    Die Geister die gerufen wurden kommen immer wieder zurück und werden terrorisieren bis zum geht nicht mehr— es wird nicht mehr aufhören.. die EU ist so dumm— Erdogan kann die ständig erpressen— die Länder brauchen nur eimne Mauer um das Land zu errichten— dann wird es aufhören—

  2. Deutscher Michel

    De-Stabilisierung der EU, vor allem Deutschland. Von langer Hand geplant, von Putin und Trump. Wenn Deutschland was sagt, bekomen wir 3,5 Millionen mehr Flüchtlinge. Da schreitet die Islamisierung von Deutschland munter voran. Wir sind voll im Plan. Bei der nächsten Wahl wird ein Moslem Bundeskanzler. Wetten? Gut, dass mein Grossvater, der für Deutschland gekämpft hat und in Kriegsgefangenschaft fast verreckt wäre, das nicht mehr mitbekommen muss. Zeit, dass die AfD daran was ändert. Denn kuschel-Seehofer ist mittlerweile voll auf dem liks-Kurs seiner Parteischwester Angie und hat sein Profil verloren.

  3. nymeria

    furchtbar, syrien kommt nicht zur ruhe, spielball sämtlicher kriegsbekloppter diktatoren. ERDOWAHN will doch in erster linie die kurden vernichten, die mit ihrem leben und ihrem blut gegen den is kämpften und nun diesem wahnsinn dieses neuen krieges, welcher auch noch menschen zur flucht nötigen, ausgeliefert sind.

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