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Klingbeil fordert SPD zu mehr Geschlossenheit auf

Abschluss der Kandidatentour für den SPD-Vorsitz

Ab Montag, 14. Oktober 2019, entscheiden die SPD-Mitglieder, wer sie künftig führen soll. Für die sieben verbleibenden Kandidatenpaare für den SPD-Vorsitz geht der parteiinterne Wahlkampf zwei Tage zuvor mit der Vorstellung in München in die letzte Runde.

Dass ein Paar gleich in der ersten Abstimmungsrunde die absolute Mehrheit erreicht, gilt allerdings als unwahrscheinlich. Laut einer parteiinternen Umfrage liegen Christina Kampmann und Michael Roth aktuell nur knapp vor Olaf Scholz und Klara Geywitz. Bei der dreiundzwanzigsten Regionalkonferenz heißt es also für alle noch einmal: Gas geben.

Den Endspurt um den SPD-Vorsitz in München beobachtet phoenix-Hauptstadtkorrespondent Gerd-Joachim von Fallois, der unter anderem mit Generalsekretär Lars Klingbeil über das neue SPD-Auswahlverfahren sprechen wird. Im Bonner Studio ordnet Moderatorin Ines Arland das Geschehen mit Prof. Volker Kronenberg, Politikwissenschaftler der Universität Bonn, ein.¹

Die Idee, die Partei künftig mit einer Doppelspitze aus Mann und Frau zu führen, ist zwar zeitgemäß. Und dass der Vorsitz nicht in kleiner Runde im Hinterzimmer ausgemacht wird, ist urdemokratisch. Doch die Mitglieder stehen jetzt vor einer extrem schwierigen Wahl. Denn trotz eines aufwendigen Verfahrens ist es der SPD nicht gelungen, ein Kandidatenduo zu finden, das die Anforderungen optimal erfüllt. Es ist unklar, welches Kandidatenduo künftig die SPD führen wird – und wie gut die neuen Parteichefs ihre Sache machen werden. Das ist spannend, aber für die Partei auch gefährlich. Die SPD braucht jetzt Siegertypen. Sonst ist sie verloren.²

Zum Start der SPD-Mitgliederbefragung an diesem Montag hat Generalsekretär Lars Klingbeil seine Partei zu mehr Geschlossenheit aufgefordert. „Die SPD war jetzt in ganz Deutschland unterwegs, die Hallen waren mit fast 20.000 Mitgliedern voll“, sagte Klingbeil der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Das zeige, wie kraftvoll die SPD sei. „Jetzt entscheiden die Mitglieder, wer mit seinen Ansichten am besten die Partei führen kann“, sagte Klingbeil, der das Format der Regionalkonferenzen maßgeblich entwickelt hatte. Es müsse klar sein, dass alle anderen Teams dann die Verantwortung hätten, den Weg des Gewinnerteams zu unterstützen.

„Denn das ist auch auf der Tour deutlich geworden: Die Parteibasis wünscht sich mehr Miteinander in der SPD“, forderte Klingbeil. Die Mitgliederbefragung läuft bis zum 25. Oktober. Danach folgt möglicherweise eine Stichwahl.³

¹phoenix-Kommunikation ²Mitteldeutsche Zeitung ³Rheinische Post

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