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Die Gewalttat von Halle / Eine Zäsur für das Land

Halle bedeutet einen Einschnitt

Die Bluttat von Halle markiert eine neue Dimension antisemitischer Gewalt. Waren Juden in Deutschland bisher schon beinahe täglich und immer häufiger auf der Straße Beschimpfungen und Angriffen ausgesetzt, müssen sie jetzt um ihr Leben fürchten. Ein erschütternder Befund. (…) Von Halle, von diesem Jom Kippur 2019, muss deshalb ein klares Zeichen ausgehen: Die Gesellschaft darf Antisemitismus nicht mehr schweigend hinnehmen.

Nicht im Internet, nicht in der Familie, nicht unter Freunden, nicht am Arbeitsplatz. Antisemitismus, egal, ob rechts, links, in der Mitte oder unter Muslimen, darf keinen Platz haben. Keine Gleichgültigkeit mehr. Keine Sonntagsreden. Der Satz „Nie wieder!“ muss mit neuem Leben gefüllt werden. Nie wieder – es sind neue Anstrengungen nötig, damit dieses Versprechen gehalten werden kann.¹

Abscheulich ist die Bluttat von Halle an jedem Tag. Am heiligsten Tag des jüdischen Kalenders in eine Synagoge eindringen und ein Massaker unter den vielen dort betenden Gläubigen verüben zu wollen, erinnert an die schlimmsten Auswüchse menschenverachtender ideologischer Rassenhass-Verblendung. Und es erinnert an die düstersten Befürchtungen von Bert Brecht: „Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch.“ Gerade angesichts der apokalyptischen Verbrechen, die der Nationalsozialismus im deutschen Namen an den europäischen Juden verübt hat, muss Halle einen Einschnitt in der Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus bedeuten. Einschlägige Taten zu registrieren, die Täter, so die Behörden sie denn fassen, zu bestrafen und Jahr für Jahr an Gedenktagen ein „Nie wieder“ zu beteuern – das reicht nach Halle nicht mehr aus.

Spät, aber immerhin als erste Reaktion auf das, was sich da im Untergrund der Gesellschaft zu verbreiten scheint, hat der Bund, haben einzelne Länder Beauftragte für den gezielten Kampf gegen den Antisemitismus eingesetzt. Sie sind jetzt in besonderer Weise gefragt. Offenbar brauchen Gesellschaft, Politik und Staat von ihnen ein neues Konzept für diesen Kampf. Sie müssen noch deutlicher machen, dass beim Thema Antisemitismus die roten Linien ganz eng verlaufen und dass weder Verachtung noch Vorbehalte wegen eines Glaubens auch nur einen Millimeter weit toleriert werden. Überall müssen die Instrumente daraufhin überprüft werden, ob sie auch selbstradikalisierte Einzeltäter abschrecken. Das Vorgehen der Berliner Behörden in der vergangenen Woche nach dem Messerangriff auf die Objektschützer vor der jüdischen Synagoge steht jetzt in anderem Licht. Personalien feststellen und wieder frei lassen – das hinterlässt viele Fragen.²

So kurz nach der Tat sind zwar deren Hintergründe noch nicht gänzlich geklärt. Aber die mit Gewehren ausgerüsteten Täter in Kampfmontur hatten offensichtlich die Absicht, Menschen zu töten, weil sie Juden sind. Auch auf einen Dönerimbiss wurde geschossen. Die Antwort des Staates und unserer Gesellschaft muss eindeutig ausfallen: Hass gegen Juden – egal aus welcher Richtung – und Rassismus dürfen in Deutschland keinen Platz haben.³

¹General-Anzeiger ²Rheinische Post ³Jan Dörner – Badische Zeitung

4 Kommentare

  1. Anonymous

    Ich schätze der ist psychisch krank — wie viele andere Kriminellen und sollte in die Psychiatrie und Sozialdienste ableisten– der war vielleicht auch im Drogenrausch so dass er nicht wusste was er getan hat ( WTF und LOL)

  2. Max W.

    Und über den Terroranschlag in Limburg wird kein weiteres Wort verloren…

    • nymeria

      auch die sogenannten einzelfälle an deutschen mädchen und frauen, die gemessert werden durch merkels schützlinge, der zusammengekehrte dreck aus anderen ländern-musels, neger, ich könnte k…..!

  3. Wahrheit

    Je mehr wir unkontrolliert ins Land holen, desto mehr wird passieren. Das hat nichts mit den Deutschen zu tun, sondern sind Merkels Gäste.

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