Press "Enter" to skip to content

Insolvenz der britischen Thomas Cook: Auswirkungen im deutschen Markt so gering wie möglich halten

Thomas-Cook-Krise: Verbraucherschützer fordern Insolvenzversicherung für Airlines

Nachdem der Ferienflieger Condor eine Bürgschaft des Bundes beantragt hat, fordert der Verbraucherzentralen Bundesverband (VZBV) eine verpflichtende Insolvenzversicherung für Airlines. Das sagte Klaus Müller, Vorstand des VZBV, gegenüber der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Online-Ausgabe). Müller: „Die Thomas-Cook-Pleite ist der wiederholte Weckruf an die Politik, eine verpflichtende Insolvenzversicherung für Fluglinien einzuführen, damit nicht der Staat mit Bürgschaften einspringen muss.“

Müller warnt davor, dass Urlauber möglicherweise nicht ausreichend versichert sind, falls der Thomas-Cook-Ableger Neckermann-Reisen den Markt verlässt: „Wir halten es für notwendig, den Höchstbetrag für die Haftung von 110 Millionen Euro deutlich zu erhöhen. Sie bedeutet ja faktisch, dass die Verbraucher bei einer Pleite eines wirklich großen Tourismuskonzerns möglicherweise nicht ausreichend geschützt sind.“

Für den Fall, dass Unternehmen der Thomas-Cook-Gruppe in Deutschland Pauschalreisen absagen, fordert Müller eine schnelle Auszahlung des Geldes. „Ich appelliere an die Versicherer, unverzüglich die Kosten zu erstatten, damit Geschädigte Reisen umbuchen können. An die anderen Reiseanbieter appelliere ich, jetzt keinen Krisenaufschlag zu nehmen, damit die Urlaubsvorfreude kein zweites Mal verdorben wird.“¹

Die britische Gesellschaft Thomas Cook Group plc hat Insolvenz angemeldet. Das bedeutet, dass das britische Reiseveranstaltergeschäft still liegt. Für die deutsche Thomas Cook GmbH gibt es nach derzeitigem Stand keinen Insolvenzantrag. Das deutsche Unternehmen sah sich aufgrund der engen Verflechtungen mit dem Mutterkonzern aber gezwungen, auf Notgeschäftsführung umzustellen. Thomas Cook teilte mit, dass die Durchführung von Reisen mit Abreisedatum 23. und 24. September nicht gewährleistet werden kann. Die betroffenen Kunden werden direkt vom Veranstalter kontaktiert.

Für die deutsche Reisebranche bedeutet dies eine enorme Herausforderung. Eine große Kraftanstrengung wird vonnöten sein, um die Auswirkungen auf die Kunden zu minimieren. Die deutsche Reisebranche setzt sich dafür ein, die Auswirkungen für die Reisenden so gering wie möglich zu halten. Insbesondere gibt es derzeit Initiativen, um die deutsche Tochter Condor zu stützen. Der Veranstalter Aldiana ist nach Angaben des Unternehmens von der Insolvenz der britischen Thomas Cook plc nicht betroffen.

Die Condor fliegt nach eigenen Angaben weiter. Um Liquiditätsengpässe bei Condor zu verhindern, wurde ein staatlich verbürgter Überbrückungskredit beantragt. Dieser wird derzeit von der Bundesregierung geprüft. Laut Condor-Informationen finden die Flüge planmäßig statt. Abreisende Gäste der Veranstalter Thomas Cook, Neckermann, Oeger Tours, Air Marin und Bucher Reisen, die zu Thomas Cook Deutschland gehören, können diese aus rechtlichen Gründen jedoch nicht in Anspruch nehmen. Die Condor wird aber nach eigenen Angaben alle Gäste, die sich bereits an ihrem Urlaubsziel befinden, aus dem Urlaub nach Deutschland zurückbringen.

Gäste in den Zielgebieten werden gebeten, sich direkt mit der Thomas Cook-Reiseleitung vor Ort in Verbindung zu setzen. Kunden von anderen Veranstaltern werden gebeten, sich bei Fragen, die ihre Reise betreffen, direkt an den jeweiligen Veranstalter zu wenden.²

¹Rheinische Post ²Deutscher Reiseverband e.V. (DRV)

Ihre Meinung ist wichtig!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

BZ Medienholding Ltd ©1998 - 2019